320 Stufen führen eine enge schwarze Wendeltreppe hinauf bis ganz nach oben. Wer die meistert, wird bei gutem Wetter mit einem weiten Rundumblick belohnt: Die Inseln Borkum, Juist und Memmert sind am Horizont zu erkennen, das Kohlekraftwerk in Eemshaven, Emden und sein VW-Werk. Diese Aussicht bietet der Campener Leuchtturm in der Gemeinde Krummhörn (Landkreis Aurich).
«Höchster deutscher Leuchtturm» steht auf einer Tafel vor dem Eingang. Als Bauwerkshöhe werden 65,3 Meter angegeben – so steht es auch im offiziellen Leuchtfeuerverzeichnis des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie.
Doch mit dem Rekordtitel sei das so eine Sache, sagt Peter Schneider – je nachdem, welche Definition man anwende: Die Bauwerkshöhe oder die Feuerhöhe, also in welcher Höhe ein Leuchtturm leuchtet, und ob man etwa Antennen mitbezieht. Schneider ist Leiter der Fachgruppe Nachrichtentechnik des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Ems-Nordsee und ein Kenner auf dem Gebiet von Leuchttürmen und Seezeichen.