Seit zehn Jahren ist im Land Bremen die oberirdische Ausstreuung von Totenasche erlaubt: Die Nachfrage nach dieser alternativen Bestattungsform ist zwar verhalten - zuletzt aber gestiegen. Schwankte die Zahl der Genehmigungen anfangs jährlich zwischen 21 und 45, waren es 2022 bereits 56, ein Jahr später 77 und in diesem Jahr 85, wie eine Sprecherin des Bremer Umweltressorts auf dpa-Anfrage sagte. Seit der Gesetzesänderung habe es rund 410 solcher privaten Beisetzungen gegeben. Dem gegenüber stehen laut Bestatterverband 6.000 Einäscherungen in Bremen.
Eigentlich müssen in Deutschland Urnen mit der Asche von Toten auf Friedhöfen beigesetzt werden, wobei auch Friedwälder rechtlich als solche gelten. Doch Bremen hob im Januar 2015 als erstes Bundesland den Friedhofszwang für Totenasche auf. «Den Bedürfnissen der Verstorbenen und ihrer Angehörigen nach einer individuellen Bestattungsform kann Bremen so gerecht werden», begründete die Sprecherin.