Sobald Klaus Urban das Mikrofon in der Hand hat, gehört die Bühne ihm. Er setzt sich seine Brille auf, die zuvor über sein Hemd baumelte und liest seinen Text «MANNOMANN» vor - Zeilen, die er Männern sowie auch Frauen widmet. Es ist einer seiner vielen Texte, die tiefgründiger sind, eine Botschaft vermitteln und das Publikum auch zum Lachen bringen. Seine Ideen für die Texte, die er bei Poetry-Slams vorträgt, entstehen an unterschiedlichen Orten, erzählt der Künstler, zum Beispiel, wenn er in der Sauna sitzt. Auf der Bühne in dem Kulturhaus Hölderlin Eins in Hannover trägt der Dichter heute Lederjacke, ein blaues Halstuch und einen großen schwarzen Hut.
Urban ist 80 Jahre alt und emeritierter Professor für Sonderpädagogische Psychologie. Doch zur Ruhe kommen will er nicht. Das war noch nie seins. «Ich muss eigentlich immer aktiv sein», sagt er in seiner Wohnung in Hannover. Um ihn herum sind sorgfältig sortierte Bücherregale und Auszeichnungen aus seiner langen wissenschaftlichen Karriere. Der Bruder des langjährigen deutschen ESC-Kommentators Peter Urban veröffentlicht Gedichte, Songtexte und satirische Texte, hat zahlreiche Lieder geschrieben und komponiert sowie zum Thema Hochbegabung geforscht und publiziert.