Trotz hoher Aufklärungsquote: Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche mit Bildern und Videos im Internet bleibt aus polizeilicher Sicht ein «sehr großes und schwerwiegendes Problem». Das sagte der Präsident des Landeskriminalamts Niedersachsen, Thorsten Massinger, der Deutschen Presse-Agentur. Er warnte: «Kein Täter, der entschlossen ist, solche Straftaten zu begehen, darf sich sicher sein, dass er nicht am Ende doch mit der Polizei zu tun hat.»
«Scheinkind-Operationen» geplant
Massinger erklärte dazu: «Wir befinden uns derzeit beispielsweise in der Konzeptionierung sogenannter Scheinkind-Operationen, das heißt, dass sich Ermittler im Internet als Kinder ausgeben.» Gebe es Hinweise auf entsprechende Straftaten in sozialen Medien oder Darknet-Foren, sei das Anlass für einen Bund-Länder-übergreifenden Austausch dazu, welches Bundesland, welches Landeskriminalamt, welche Dienststelle die Bearbeitung übernehme. «Da gibt es keine weißen Flecken», betonte Massinger.
Die Bekämpfung dieser Fälle sei ein deutlicher Schwerpunkt der Arbeit der Behörde, sagte Massinger. «Wir sind der festen Überzeugung, dass die Bevölkerung zu Recht von uns erwartet, dass wir alles Mögliche tun, um diesen Sexualstraftätern mit einer pädophilen Neigung das Handwerk zu legen.»