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Polizeiwagen im Schnitt mit 120.000 Kilometern auf dem Tacho

Polizeiwagen im Schnitt mit 120.000 Kilometern auf dem Tacho
Die Polizei in Niedersachsen verfügt über rund 4.200 Fahrzeuge. (Archivbild) / Foto: Friso Gentsch/dpa
Sie laufen und laufen und laufen: Viele Polizeiautos sind echte Kilometerfresser. Warum die Gewerkschaft der Polizei trotzdem gelassen auf die hohe Belastung schaut.

Viele Polizeiautos in Niedersachsen sind bereits deutlich mehr als 100.000 Kilometer gefahren worden. Die durchschnittliche Laufleistung des Fuhrparks liegt bei knapp 123.000 Kilometern, rund jedes vierte Fahrzeug hat sogar 200.000 Kilometer und mehr auf dem Tacho. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten Lena-Sophie Laue hervor.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist von diesen Werten nicht beunruhigt. Zwar gebe es durchaus kritische Meldungen aus den Dienststellen über Probleme mit einzelnen Fahrzeugen. Die Gewerkschaft sehe aber kein strukturelles Problem.

«Die Flotte ist einsatzbereit»

«Gerade in einem Flächenland wie Niedersachsen, in dem die Fahrzeuge in ländlichen Regionen in einem 24-Stunden-Dienst mehrere Hundert Kilometer fahren, sind diese Werte nicht verwunderlich», sagte GdP-Landeschef Kevin Komolka. «Die Polizei verfügt in Niedersachsen in der Regel über hochwertige Fahrzeuge, bei denen entsprechend hohe Laufleistungen nicht zwangsläufig eine Überlastung darstellen.» Wichtig sei, dass die Einsatzbereitschaft auch bei einem hohen Kilometerstand gewährleistet bleibe.

Im bundesweiten Vergleich sei die Polizei in Niedersachsen mit ihrem Fuhrpark gut aufgestellt. «Die Flotte ist einsatzbereit und wird im erforderlichen Ausmaß aktualisiert», sagte Komolka. Bis Mitte 2027 werde der Polizeifuhrpark zudem nach Forderung der GdP um 268 neue Elektroautos erweitert. 

GdP: E-Autos können Verbrenner nicht eins zu eins ersetzen

Aktuell verfügt die Polizei im Land nach Ministeriumsangaben über rund 4.200 Fahrzeuge. Darunter sind in verschiedenen Ausführungen 2.875 Funkstreifenwagen, mehr als 1.000 Spezialfahrzeuge und 270 neutrale Fahrzeuge. Etwa jedes zehnte Fahrzeug ist elektrisch betrieben.

Die Erweiterung der E-Mobilität werde unter den Kolleginnen und Kollegen viel diskutiert, sagte Gewerkschaftschef Komolka. Die Erfahrung zeige, dass Verbrenner nicht einfach durch E-Fahrzeuge ersetzt werden können, sondern konkrete Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung erfüllt sein müssen. Dazu gehörten neben der Schaffung von Ladeinfrastruktur etwa Einweisungen im Umgang mit den Fahrzeugen, die Berücksichtigung von Einschränkungen des Zuladungsgewichts, der Höchstgeschwindigkeit und der Reichweite. 

In Niedersachsen seien viele Voraussetzungen inzwischen erfüllt, sodass der zunehmende Einsatz von Elektroautos insgesamt problemlos möglich sei. Wo das nicht der Fall sei, solle auf die Fahrzeuge aber noch verzichtet werden, sagte Komolka. So sei der Einsatz tiefliegender E-Modelle abseits der Straße stark eingeschränkt, wie ein Kollege im ländlichen Raum festgestellt habe. Auch das gelte es zu berücksichtigen, indem auf dem Land zum Beispiel eher auf elektrische SUVs gesetzt werde, sagte der GdP-Landeschef.

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