Das Landeskriminalamt Niedersachsen sieht im Kampf gegen organisierte Kriminalität eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Kriminelle Netzwerke nutzten zunehmend legale Wirtschafts- und Transportstrukturen, um Straftaten zu verschleiern und Gewinne in den legalen Wirtschaftskreislauf einzuschleusen, teilte das LKA mit.
Niedersachsen wegen geografischer Lage besonders betroffen
Bei einem Symposium des LKA diskutierten rund 200 Fachleute aus Sicherheitsbehörden, Wissenschaft, Justiz, Politik und weiteren Bereichen über aktuelle Entwicklungen und Gegenmaßnahmen. Niedersachsen stehe wegen seiner geografischen Lage vor besonderen Herausforderungen, hieß es. Dazu zählten bedeutende internationale Logistikrouten zu Wasser, auf Straßen und in der Luft, viele Grenzen zu anderen Bundesländern sowie die Nähe zu den Niederlanden.
Die Lage in Niedersachsen werde vor allem durch internationalen Rauschgifthandel geprägt, der mit Gewaltstraftaten und Korruption verbunden sei. Innenministerin Daniela Behrens (SPD) sagte, organisierte Kriminalität greife nicht nur Einzelne an. Sie untergrabe das Vertrauen in Institutionen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Bekämpfung sei daher nicht nur eine polizeiliche Aufgabe.
Organisierte Kriminalität agiert wie professioneller Dienstleister
LKA-Präsident Thorsten Massinger sagte, organisierte Kriminalität agiere heute wie ein professioneller Dienstleister – arbeitsteilig, international vernetzt und schleichend in die Wirtschaft eingebettet. Niedersachsen begegne diesen Strukturen mit spezialisierten Ermittlungseinheiten, internationaler Zusammenarbeit und der Abschöpfung krimineller Gewinne. «Niedersachsen ist kein sicherer Rückzugsraum für kriminelle Netzwerke», sagte Massinger.
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