Nach einem Beitrag der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY ... ungelöst» zu einer 2024 im Wattenmeer gefundenen Wasserleiche arbeitet das Ermittlerteam intensiv an der Auswertung der vielen Hinweise, Fotos und Videos. «Es gibt gute neue Ermittlungsansätze, die nun angegangen werden können», sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Kurz vor der Aufklärung stehe der Fall allerdings weiterhin nicht. «Einen Durchbruch haben wir aktuell noch nicht zu vermelden.»
Der Tote, ein Hamburger Unternehmer, war den Angaben zufolge am 9. Juli 2024 auf der Sandbank Süderoogsand im schleswig-holsteinischen Wattenmeer nördlich von St. Peter-Ording entdeckt worden. Um seinen Hals soll er einen sehr eng zugezogenen Kabelbinder getragen haben.
Nach bisherigen Erkenntnissen war der Mann am 29. April 2024 allein mit einem hochseetauglichen Schlauchboot von einer Anlegestelle in Grünendeich im Landkreis Stade aus in Richtung Nordsee aufgebrochen. Das Boot sei später führerlos im Bereich der Außenelbe-Reede bei Cuxhaven gefunden worden.
Hotline für anonyme Hinweise ist weiter erreichbar
Bereits während und auch nach der Ausstrahlung der ZDF-Sendung vor fast zwei Wochen waren bei der Polizei etwa 50 Hinweise eingegangen. Außerdem wurden rund 40 Fotos und Video hochgeladen. Die Polizei ist weiterhin auf der Suche nach Informationen von Menschen, die am Tag des Verschwindens des Mannes Ende April 2024 etwas gesehen haben. «Insbesondere Hinweise rund um die Einstiegssituation in Grünendeich und die Strecke, die er mit dem Boot auf der Elbe zurückgelegt hat, interessieren uns.»
Der Sprecher wies zudem ausdrücklich erneut darauf hin, dass es eine Hotline für anonyme Hinweise gibt. «Falls jemand seinen Namen nicht nennen möchte, die Nummer ist weiterhin geschaltet.» Die Nummer ist +49 160 20 68 666.
Vorsätzliches Tötungsdelikt nicht ausgeschlossen
Die Mordkommission in Flensburg ermittelt gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft. Konkrete Hinweise auf Tatverdächtige gebe es bislang nicht. Nach Angaben der Ermittler ist bislang auch unbekannt, unter welchen Umständen der Mann ums Leben kam. Mögliche Beteiligte oder ein konkreter Tatablauf sind weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Für Hinweise, die zur Aufklärung beitragen, hat die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 7.000 Euro ausgesetzt.
Ermittler gehen davon aus, dass der Mann getötet wurde
Ein Suizid wird als sehr unwahrscheinlich eingestuft, wie der ermittelnde Flensburger Staatsanwalt Roman Mulke in der ZDF-Sendung sagte. Wahrscheinlicher und plausibler sei es, dass der Mann in Drogengeschäfte verwickelt war und Drogen in der Nordsee eingesammelt habe. Es könne aber auch sein, dass der Geschäftsmann zufällig in eine solche Drogenabholung geraten sei und die Situation dann eskalierte und er getötet wurde.
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