Im Betrugsprozess um manipulierten Schrott beim Hamburger Kupferhersteller Aurubis hat das Landgericht die drei Angeklagten zu teils langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Ein ehemals bei dem Unternehmen beschäftigter Materialprüfer aus Neu Wulmstorf (Niedersachsen) wurde wegen Betrugs, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung zu sechs Jahren Haft verurteilt, wie der Richter in seinem Urteil verkündete. Zusätzlich wurde eine Einziehung in Höhe von 1,57 Millionen Euro und vier Goldbarren angeordnet. Das Geld und die Goldbarren soll der 64-jährige Angeklagte durch die Betrugsmasche erhalten haben.
Ein Schrotthändler (71) aus Essen (Nordrhein-Westfalen) wurde zu fünf, sein Sohn (46) wegen Beihilfe zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Damit folgte der Richter weitestgehend den Forderungen der Staatsanwaltschaft - für den Materialprüfer hatte die Staatsanwaltschaft nur fünfeinhalb Jahre Haft gefordert. Die Verteidiger hatten einen Freispruch gefordert. Außerdem werden bei den beiden Unternehmen, die an dem Schrotthandel beteiligt waren, insgesamt 3,4 Millionen Euro eingezogen, sagte Gerichtssprecherin Marayke Frantzen.