Je ungünstiger die wirtschaftliche Lage in einem Landkreis, desto höher ist einer neuen Untersuchung zufolge das Ausmaß der Jugendkriminalität. Kinder und Jugendliche aus «strukturell benachteiligten Landkreisen» würden häufiger als Tatverdächtige registriert, teilte das Landeskriminalamt Niedersachsen zum Forschungsprojekt «Jugendkriminalität in Niedersachsen» mit.
«Das soziale Umfeld spielt dabei eine zentrale Rolle: Familiäre Beziehungen und Freundeskreise prägen Jugendliche entscheidend», betonte Projektleiter Lukas Boll. «Wo Bindungen stabil sind und positive Vorbilder existieren, schützt das – andernfalls steigt das Risiko für Straftaten», sagte er. Der Präsident des Landeskriminalamts Niedersachsen, Thorsten Massinger, betonte: «Jugendkriminalität darf nicht isoliert betrachtet werden.»