Mit vielen kleinen Überweisungen soll ein Beamter des Sozialgerichts in Braunschweig mehr als 1,4 Millionen Euro aus der Landeskasse auf sein eigenes Konto verschoben haben. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe im Prozess eingeräumt, nun wird am Donnerstag (9.00 Uhr) im Landgericht das Urteil gegen den 42-Jährigen erwartet.
In seiner Position in der Geschäftsstelle des Sozialgerichts war der 42-Jährige unter anderem mit der Vergütung von Anwälten bei der Prozesskostenhilfe vertraut. Seit Januar 2015 soll er Auszahlungen im Haushaltswirtschaftssystem auf das gemeinsam mit seiner Ehefrau geführte Konto veranlasst haben.
Die Staatsanwaltschaft forderte nach Angaben einer Gerichtssprecherin eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren wegen Untreue im besonders schweren Fall für den Beamten. Für die angeklagte Ehefrau beantragten die Ankläger eine Gesamtstrafe von zwei Jahren wegen Geldwäsche, die zur Bewährung ausgesetzt werden soll.
Die Verteidigung des Angeklagten beantragte eine Strafe von maximal dreieinhalb Jahren. Für die Ehefrau wurde kein konkreter Strafantrag gestellt.
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