Als sich das große Kreuzfahrtschiff noch für das Anlegemanöver in Kieler Hafen in Position manövriert, sind Dennis Dieckmann und Martin Rosburg längst startbereit. Die beiden Zöllner stehen unentdeckt hinter dem Terminal am Ostseekai. Während für 2.500 Passagiere der «AIDAbella» an diesem Sommermorgen ihre Kreuzfahrt endet, beginnt für die beiden Kieler Zöllner erst die Arbeit. Aufmerksam verfolgen sie im Trubel der Abreise, wie Urlaubende ihre Koffer nehmen. «Letztendlich kann man den Schmuggler gar nicht erkennen, das ist unmöglich», sagt Rosburg.
Acht Beamte kontrollieren, ob Crew und Passagiere des aus Großbritannien kommenden Schiffes versuchen, Zollbeschränkungen zu unterlaufen und mehr als eine Stange Zigaretten, mehr als einen Liter Alkohol oder Neuwaren im Wert von mehr als 430 Euro im Gepäck haben. «Wir haben es nicht gewusst, uns wurde gesagt, wir dürften mehr mitbringen», das seien häufig gehörte Ausreden, sagt Rosburg. Der 53-Jährige und seine Kollegen sprechen jeder mindestens 20 Passagiere an. Meist geht es dabei freundlich zu, nur vereinzelt reagieren Menschen genervt.