Nach dem Fund von über 1,8 Millionen Dateien mit Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern bei einem Thüringer Richter hat die Staatsanwaltschaft Hannover einen Fehler eingeräumt. Über die Ermittlungen gegen den 62 Jahre alten Juristen sei das Justizministerium in Thüringen nicht, wie eigentlich geplant, bereits im Mai 2025 informiert worden, sagte ein Sprecher der Behörde. Der Jurist lebt in Niedersachsen.
Es handele sich um einen Sozialrichter in Nordthüringen, sagte eine Sprecherin des Thüringer Justizministeriums in Erfurt auf dpa-Anfrage. Gegen ihn sei nach Bekanntwerden der Vorwürfe vor wenigen Wochen ein Dienstenthebungsverfahren eingeleitet worden. Der Jurist sei derzeit nicht im Dienst.
Nach den Angaben aus Niedersachsen wurde ein Schreiben zwar verfasst und eine Abschrift an das niedersächsische Justizministerium gesandt, das für Thüringen bestimmte Original aber sei wegen eines «Büroversehens» nicht verschickt worden, sagte der Sprecher. So sei das Thüringer Ministerium erst mit Erhebung der Anklage informiert worden. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.