Es geht um ein nächtliches Treffen auf einem Spielplatz, um Kontakte über Snapchat und Instagram sowie um die Frage, was der Angeklagte über das Alter eines Mädchens wusste: Mehr als drei Jahre nach dem mutmaßlichen sexuellen Missbrauch einer damals Zwölfjährigen in Barsinghausen steht der Prozess am Landgericht Hannover möglicherweise kurz vor einem vergleichsweise schnellen Ende. Der im Jahr 1986 geborene Angeklagte stimmte zum Prozessauftakt einem Verständigungsvorschlag zu.
Mann lockte Kind mit mehreren Schachteln Zigaretten
Dem Mann wird vorgeworfen, sich Ende April 2023 zwischen 2.00 und 3.00 Uhr nachts nach vorherigem Kontakt über soziale Medien mit dem damals zwölfjährigen Mädchen auf einem Spielplatz getroffen und es dort sexuell missbraucht zu haben. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll er das Kind mit dem Versprechen mehrerer Schachteln Zigaretten zu dem Treffen bewegt haben. Die Anklage geht davon aus, dass der Angeklagte gegen den erkennbaren Willen des Mädchens handelte und Gewalt anwendete.
Über seinen Verteidiger ließ der Angeklagte erklären, er habe geglaubt, das Mädchen sei 15 Jahre alt gewesen. Sexuellen Kontakt räumte er ein, zentrale Punkte der Anklage bestritt er aber. Zudem gab er den Besitz kinderpornografischer Dateien zu. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden bei dem Mann mindestens neun entsprechende Dateien gefunden.
Angeklagter: Zur Tatzeit zu viel Zeit im Internet verbracht
Die Verteidigung verwies auf die frühe Einlassung des Angeklagten. Diese müsse positiv bewertet werden, weil sie dem Mädchen weitere Belastungen erspare. Der Angeklagte ließ zu seinen persönlichen Verhältnissen erklären, er sei überwiegend bei seiner Mutter aufgewachsen, habe eine Ausbildung abgebrochen und keine stabilen beruflichen Verhältnisse gehabt. Zur Tatzeit habe er viel Cannabis konsumiert und zu viel Zeit im Internet verbracht. Inzwischen konsumiere er kein Cannabis mehr.
In der Beweisaufnahme berichtete eine Polizistin vom Einsatz bei der Familie des Mädchens in der Tatnacht. Der Vater habe das leere Bett seiner Tochter bemerkt und nach ihr gesucht. Das Mädchen sei später allein nach Hause zurückgekehrt und habe direkt von einer Vergewaltigung berichtet.