Der Zoll hat bei einem großangelegten Einsatz in mehreren Bundesländern eine illegale Zigarettenfabrik ausgehoben und fast 20 Millionen unversteuerte Zigaretten beschlagnahmt. Zudem seien in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz mehr als 16 Tonnen Tabak, Vormaterialien für die Herstellung sowie rund 75.000 Euro Bargeld sichergestellt worden, teilte das Zollfahndungsamt Hannover mit. Der Einsatz fand bereits im Mai statt. Die Ermittlungen laufen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bielefeld.
Immobilie war professionell gegen Geräusche gedämmt
In einer Lagerhalle in Ahlen in Nordrhein-Westfalen wurden rund zehn Millionen unversteuerte Zigaretten entdeckt, weitere rund neun Millionen auf einem landwirtschaftlichen Anwesen bei Rüsselsheim in Hessen.
Nach Angaben des Zolls gehen die Ermittler inzwischen davon aus, dass die Beschuldigten bundesweit mehr als 80 Millionen Zigaretten umgeschlagen haben könnten. Zumindest ein Teil davon stamme mutmaßlich aus der sichergestellten Produktionsanlage. Die Immobilie sei aufwendig ausgebaut, professionell gegen Geräusche gedämmt und mit einer Videoüberwachungsanlage ausgestattet gewesen.
Mindestens elf Arbeiter länger in den Räumen eingeschlossen
Mindestens elf Arbeiter sollen nach bisherigen Erkenntnissen über längere Zeit unter fragwürdigen Lebensbedingungen in den Räumen eingeschlossen gewesen sein, damit die Produktion bislang unentdeckt blieb. An dem Einsatz waren mehr als 120 Kräfte beteiligt, darunter Spezialeinheiten des Zolls, Polizeikräfte und das Technische Hilfswerk. Die Ermittlungen dauern an.
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten