Die kontrollierte Freigabe von Cannabis wird die Polizei nach Einschätzung des niedersächsischen Innenministeriums vor große Herausforderungen stellen. So gebe es Bedenken hinsichtlich der Sicherheit im Straßenverkehr, teilte das Ministerium auf eine Anfrage der CDU im Landtag mit. «Es ist zu erwarten, dass cannabiskonsumbezogene Unfälle im Straßenverkehr zunehmen werden.» Darauf wiesen Studienergebnisse aus den USA hin. Für die Polizei sei daher mit einem erhöhten Arbeitsaufkommen zu rechnen.
Auch mit Blick auf die Bekämpfung der organisierten Kriminalität werden Nachteile befürchtet. Es sei «unwahrscheinlich, dass der lizenzierte Verkauf von Cannabis zur Eindämmung des Schwarzmarktes führen wird», hieß es vom Innenministerium weiter. Vielmehr werde das Cannabis-Gesetz den illegalen Handel mit der Droge massiv erleichtern und dessen Attraktivität kaum schwächen.
Bedenken hat nach wie vor auch das Justizministerium, insbesondere mit Blick auf die zusätzliche Belastung für die Strafjustiz durch die Prüfung bestehender Verfahren. «In Niedersachsen müssen etwa 16.000 Akten durch unsere Staatsanwaltschaften händisch ausgewertet werden», teilte ein Sprecher mit.