Logo DieNiedersachsen News
Nachrichten / Gesundheit

Lieferengpässe bei wichtigen Arzneimitteln in Niedersachsen

Lieferengpässe bei wichtigen Arzneimitteln in Niedersachsen
Nach wie vor gibt es Lieferengpässe bei vielen wichtigen Arzneimitteln. (Archivfoto) / Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa
Von: DieNiedersachsen News
Lieferengpässe bei Medikamenten machen Ärzten und Apothekern Kopfzerbrechen. Hat das Auswirkungen auf die Patienten?

Die Versorgung mit vielen wichtigen Arzneimitteln ist aus Sicht des Landesapothekerverbands Niedersachsen nach wie vor schwierig. Stand Ende vergangener Woche habe die Lieferengpassliste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte rund 1.000 nicht lieferbare Arzneimittel gezeigt, darunter rund 460 verschreibungspflichtige Medikamente, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Landesapothekerverbands, Mathias Grau, in Hannover. Zuvor hatten die «Nordwest-Zeitung» und die «Neue Osnabrücker Zeitung» berichtet. 

Laut Grau fehlt insbesondere der Wirkstoff Atorvastatin, ein Cholesterinsenker, der bei der Schlaganfalltherapie und -prophylaxe eingesetzt werde. Auch bei Azithromycin, einem Wirkstoff gegen Lungenentzündungen, gebe es Lieferschwierigkeiten. Ebenso seien die neu eingesetzten Mittel gegen das RS-Virus sehr schwer verfügbar. Zudem würden Kombipräparate für die Behandlung von Bindehautentzündungen fehlen.

Mehr aus dieser Kategorie

Gestörte Lieferketten

Laut Grau sind die Lieferengpässe derzeit ebenso groß wie im Corona-Jahr 2022. Damals seien 520 verschreibungspflichtige Arzneimittel nicht lieferbar gewesen, sagte er den Zeitungen. Gründe für die Engpässe sind ihm zufolge unter anderem die gestörten Lieferketten nach Asien, aber auch exklusive Verträge der Krankenkassen mit einigen Arzneimittelherstellern. «Wenn eine Charge ausfällt, gibt es oft nicht genügend Mitbewerber, die das kompensieren können», sagte er.

Die Versorgung der Patientinnen und Patienten sei in jedem Fall gesichert, versicherte Grau. Seien keine Ersatzmittel verfügbar, werde gemeinsam mit dem Arzt eine Therapieänderung besprochen. Das sei aber sehr selten. Der den Apotheken daraus entstehende Mehraufwand werde nicht honoriert.

Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

DieNiedersachsen News
Artikel von

DieNiedersachsen News

DieNiedersachsen News ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.

Social Media