Vor der Praxis von Hautarzt Bernd Brinker in Weener an der Ems (Landkreis Leer) stehen die Patienten frühmorgens bereits Schlange. Dermatologische Praxen gibt es nur wenige in Ostfriesland. Und weil Brinker so viele Menschen behandelt und dementsprechend Medikamente verschreibt, sieht er sich mit Regressforderungen konfrontiert. Eine fünfstellige Summe soll er nach eigenen Angaben nun zahlen und will sich dagegen wehren.
Die Niedersächsische Prüfungsstelle in Hannover schickte ihm nun eine Regressandrohung, weil er nach eigenen Angaben 60 Prozent mehr an Verordnungen aufweise als der Fachgruppendurchschnitt. Die Prüfer kontrollieren, ob Vertragsärzte wirtschaftlich arbeiten. Die «Rheiderland-Zeitung» hatte zuvor berichtet.
«Die gesetzlichen Krankenkassen sind grundsätzlich aus dem Gebot der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit heraus verpflichtet, Prüfanträge zu stellen», hieß es von der Prüfstelle auf Anfrage. Im beschriebenen Fall handle es sich um Verfahren der sogenannten Durchschnittswerteprüfung, welche von Amts wegen eingeleitet werden, teilte der Prüfstellenleiter Börje Ulrich mit. Geprüft werden ihm zufolge jeweils fünf Prozent der Ärzte einer Fachgruppe, die Auswahl erfolge absteigend je nach Höhe des Überschreitungswertes.