In Niedersachsen ist die Anzahl der von Lungenkrebs betroffenen Frauen seit 2012 um mehr als die Hälfte gestiegen. Nach einer Analyse des Barmer-Instituts für Gesundheitssystemforschung erhielten im Jahr 2022 rund 10.000 Niedersächsinnen die Diagnose Lungenkrebs - im Jahr 2012 waren es noch etwa 6600. Dies teilte die Krankenkasse am Mittwoch mit. Männer erkranken demnach zwar weiterhin häufiger an Lungenkrebs, im Jahr 2022 waren es in Niedersachsen rund 13.000, allerdings fällt der Anstieg bei ihnen im gleichen Zeitraum mit 31 Prozent deutlich geringer aus.
Experten führen die steigenden Erkrankungszahlen auf die veränderten Rauchgewohnheiten, aber auch auf die neuen Therapiemöglichkeiten zurück, wie es weiter hieß. Der neue Behandlungsansatz beruht vor allem auf dem Nachweis von Treibermutationen des Tumors - also jenen genetischen Veränderungen, die ihn im Wachstum antreiben. Diese Treibermutationen kommen bei circa der Hälfte der Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs und deutlich häufiger bei Frauen vor.