Ein Schritt zur Seite, dann geht die offene Hand kraftvoll in die Höhe. Die Botschaft ist klar, sagt Kati Voss: «Dein Körper gehört dir und du kannst Grenzen setzen.» Voss hat in den vergangenen Wochen mehrere Tanztrainings in Rostock angeleitet. Denn: Am Samstag (14. Februar) versammeln sich bei der weltweiten Tanzdemo «One Billion Rising» («Eine Milliarde erhebt sich») auch in Norddeutschland vielerorts Menschen, um gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu protestieren.
Tabuthema Gewalt
«Das macht was mit einem, wenn man da so kraftvoll und selbstbewusst steht», sagt Voss. Eigentlich ist sie Kinder- und Jugendberaterin in der Interventionsstelle Rostock des Hilfevereins «Stark machen». «Tanz ist ja nicht nur leicht, damit werden auch Geschichten erzählt», erklärt sie. Tanz sei körperlich und eigne sich daher besonders für dieses Thema. Denn häusliche und sexuelle Gewalt seien oft noch Tabuthemen. Das belege auch die neue Dunkelfeldstudie der Bundesregierung, nach der nur drei Prozent aller sexuellen Übergriffe an Frauen angezeigt werden.