An den bundesweiten Protesten gegen den neuen Wehrdienst haben sich auch im Nordwesten Hunderte Schülerinnen und Schüler beteiligt. Für Hannover zählte die Polizei in der Spitze bis zu 550 Menschen. In Bremen lag die Beteiligung nach Polizeiangaben zwischen 500 und 600 Personen. Die Demonstrationen standen unter dem Motto «Schulstreik gegen Wehrpflicht».
Hintergrund ist das Gesetz für den neuen Wehrdienst, das seit dem 1. Januar gilt. Alle 18-jährigen Männer und Frauen erhalten einen Fragebogen, mit dem ihre Eignung und ihre Motivation für die Bundeswehr erhoben wird. Männer müssen diesen verpflichtend ausfüllen. Sollte es der Bundeswehr mit Hilfe des Fragebogens nicht gelingen, genügend Freiwillige zu gewinnen, behält sich die schwarz-rote Koalition die Einführung einer sogenannten Bedarfswehrpflicht vor.
Die Veranstalter sprachen von 50.000 Teilnehmern in ganz Deutschland. Neben Hannover und Bremen waren weitere Demos unter anderem für Braunschweig Lüneburg, Oldenburg, Osnabrück und Göttingen angemeldet.
Der niedersächsische Philologenverband - der Lehrerinnen und Lehrer vertritt - hatte vorab den Zeitpunkt der Demos kritisiert. Schülerinnen und Schüler sollten sich politisch informieren, Positionen entwickeln und sich in eine demokratische Debatte einbringen. Es sei aber unverständlich, wenn Demonstrationen bewusst in die Unterrichtszeit gelegt werden, obwohl es viele Möglichkeiten außerhalb des Stundenplans gebe.
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