Kurz vor dem erwarteten Temperaturanstieg nutzen Schlittschuhläufer in Ostfriesland den letzten Frost, um auf gefrorenen Wasserflächen ihre Runden zu drehen - zum Beispiel auf einem Acker im Landkreis Leer. Dort hat ein Sportverein die Fläche mit Wasser aus einem Kanal geflutet. Seitdem das Eis dick genug ist, wagen die ersten Wintersportler das Eisvergnügen. «Natureis ist ein Highlight und wenn das Eis fest ist, muss man als Ostfriese auf das Eis», sagte Schlittschuhläufer Johann Sandersfeld.
Schlittschuhlaufen, auch «schöfeln» genannt, hat in Ostfriesland in den Wintermonaten eine lange Tradition. In Zeiten, in denen Straßen in der Region noch nicht so gut erschlossen waren, war es üblich, sich im Winter über die gefrorenen Gräben und Kanäle gegenseitig zu besuchen. Heute ist das «Schöfeln» eine beliebte Freizeitbeschäftigung bei Ostfriesen im Winter - wenn die Temperaturen und der Frost mitspielen.
Die überspülte Fläche bei Neermoor in der Gemeinde Moormerland lockte einige Wintersportler an. Da die Wasserschicht auf dem Acker nicht besonders dick sei, könne das Wasser schnell gefrieren. «Und somit hat man eine sichere Eislauffläche, wo - wenn man tatsächlich mal einbrechen sollte - auch nicht groß etwas passieren kann, weil man nicht unter das Eis geraten kann. Dafür ist das zu flach», sagte Peter Steinke von den Schlittschuhfreunden Ostfriesland.