Mit dem Frühling beginnt für viele Radfahrer und Radfahrerinnen in Niedersachsen die Saison. Die Interessen von Mountainbikern, Gelegenheitsfahrern oder Radtouristen sind dabei durchaus unterschiedlich. Angebote für ihre jeweiligen Vorlieben finden sie aber in zahlreichen Regionen auch im eigenen Bundesland. Laut einer Untersuchung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) ist Niedersachsen in sämtlichen untersuchten Kategorien - etwa Radfahren im Urlaub oder Radreisen - das zweitbeliebteste Bundesland, wie das Tourismusmarketing Niedersachsen berichtet.
Sportliche Fahrer
Wer Geschwindigkeit und viele Kilometer absolvieren will, wird laut dem ADFC in Niedersachsen in den flacheren Regionen fündig. Rennradfahrer seien etwa im Cuxland, in der Lüneburger Heide oder entlang der Wümme bei Rothenburg zu Hause. Das Tourismusmarketing Niedersachsen listet auf seiner Website beispielsweise verschiedene Touren im Cuxland auf, mit Distanzen von 71 bis 121 Kilometern. Die Strecken führen demnach über flache, gut ausgebaute Straßen. In der Lüneburger Heide reichen die Touren von 59 bis 145 Kilometer, wie es vom dortigen Tourismusverband heißt.
Mit etwas breiteren Reifen sind Gravel-Bike-Fahrer unterwegs, die Schotterpisten dem asphaltierten Untergrund vorziehen. Laut Expertin Isabella Breeck vom ADFC Niedersachsen kommen sie rund um Clausthal-Zellerfeld im Harz oder auch im Osnabrücker Land auf ihre Kosten.
Weite Strecken
Die Region rund um Osnabrück biete sich auch für Bikepacker an. Dabei handelt es sich um eine besondere Art des Radwanderns: Mit möglichst leichtem Gepäck geht es weite Strecken durch die Natur, meist mehrere Tage. Dabei geht die Strecke mitunter durch schweres Geläuf, wie der Pressedienst Fahrrad in der Vergangenheit erklärte. Die Nacht werde naturnah verbracht, etwa nur mit einer Hängematte oder in einem kleinen Zelt.
«Je weniger Gepäck dabei ist, desto leichter fährt es sich», sagte ADFC-Expertin Breeck. Anfängern empfiehlt sie zum Einstieg kleinere Probetouren zu machen, etwa über ein Wochenende. Das helfe dabei, die passende Ausrüstung zu finden. Manches könne man übrigens oft in Fahrradgeschäften mieten, etwa Packtaschen.
Perfekt sei Niedersachsen für Bikepacker allerdings nicht. Dafür seien die meisten Radfernwege zu gut ausgebaut. «Bikepacking-Radfahrende suchen eher nach etwas herausfordernden Routen, auf denen sie ihr Mountainbike oder Gravelbike so richtig nutzen können», erklärte Breeck.
Die laut Landesregierung 40 Fernwege mit ihren mehr als 11.000 Kilometern eignen sich stattdessen für klassische Radreisen, bei denen Urlauber von einem zum nächsten Hotel fahren und oft mehr Gepäck dabeihaben. Zu den laut ADFC beliebtesten Strecken zählen der Elberadweg und der Weser-Radweg, die jeweils entlang ihrer namensgebenden Flüsse verlaufen und im Fall der Elbe über Niedersachsen hinaus. Entlang der Elbe entdecken Reisende etwa das für seine Obstbäume bekannte Alte Land. An der Weser schlängelt sich die Route zum Beispiel durch das Weserbergland und vorbei an Schlössern und Burgen. Weitere Fernwege sind etwa der Nordseeküsten-Radweg oder der Emsradweg.