Für mehr als 2.000 Kinder in Niedersachsen hat die erste Klasse gerade zum zweiten Mal begonnen – das sind zu viele Wiederholer, findet Kultusministerin Julia Willie Hamburg. «2.000 ist eine große Zahl, und für jedes betroffene Kind kann diese Erfahrung eine echte Belastung sein. Wir wollen die Zahl deshalb reduzieren», sagte die Grünen-Politikerin der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung». Sie verwies unter anderem auf das Startchancen-Programm, mit dem Schulen in schwierigen Sozialräumen mehr Unterstützung erhalten, etwa über die Sozialarbeit.
Gleichzeitig betonte die Ministerin, der weit überwiegende Teil der Kinder gehe schon heute regulär in die nächste Klasse. Insgesamt wurden an den Grundschulen im Land mehr als 80.000 Jungen und Mädchen eingeschult.
Die Wiederholung der ersten Klasse ist kein klassisches Sitzenbleiben, sondern geschieht auf Antrag der Eltern. «Für manche Kinder kann das die richtige Entscheidung sein», sagte Hamburg. Die Hintergründe dafür seien vielfältig. «Manche Kinder können kaum Deutsch, andere sind in ihrer Entwicklung beeinträchtigt oder einfach noch nicht so weit», sagte die Ministerin. Eine systematische Erhebung der Gründe durch das Land sei nicht geplant, weil sie an dieser Stelle kein Erkenntnisproblem sehe, sagte Hamburg.