Der Anteil der Vorschulkinder mit Sprachproblemen und anderen Auffälligkeiten ist in Niedersachsen gestiegen. Das zeigt ein Bericht des Landesgesundheitsamtes, wie Niedersachsens Ministerium für Soziales und Gesundheit am Freitag mitteilte. Demnach zeigten besonders Kinder aus sogenannten bildungsfernen Familien Auffälligkeiten. Dazu gehören Kinder, deren Eltern keine Ausbildung haben oder bei denen nur ein Elternteil eine Lehre oder Ausbildung abgeschlossen hat. In dem Bericht wurden Daten aus den Jahren vor der Corona-Pandemie, während der Pandemie und nach der Pandemie verglichen.
Familiärer Hintergrund hat großen Einfluss
«Der Bericht bestätigt einmal mehr, dass die Entwicklung von Kindern aus verschiedenen Schichten sehr ungleich verteilt ist», sagte Sozialminister Andreas Philippi (SPD) laut Mitteilung. «Der sozial-ökonomische Hintergrund entscheidet in Deutschland noch immer viel zu stark über die Entwicklungschancen von Kindern und damit auch über erfolgreiche Teilhabe an Bildung und Gesellschaft.» Es sei wichtig, früh vorsorglich zu handeln.
Schuleingangsuntersuchungen sind wichtig
Die ärztlichen Untersuchungen vor der Einschulung haben dem Präsidenten des Landesgesundheitsamtes, Fabian Feil, zufolge einen hohen Wert. «Nur wenn Entwicklungsdefizite frühzeitig erkannt werden, die möglicherweise bis zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht aufgefallen sind, kann gemeinsam mit den Eltern überlegt werden, welche Unterstützungs- und Förderangebote in Anspruch genommen werden können», sagte Feil. «Ziel ist es, allen Kindern in Niedersachsen einen optimalen Start in die Schulzeit zu ermöglichen.»