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Schützen oder schießen? Vorlesung zu hitziger Wolfs-Debatte

Schützen oder schießen? Vorlesung zu hitziger Wolfs-Debatte
Der Wolf steht im Zentrum einer Vorlesung der Universität Bremen. (Archivfoto) / Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Wie gefährlich sind Wölfe wirklich - und wie lassen sich Schafe, Ziegen und Kälber schützen? Eine Vorlesungsreihe nimmt die emotionale Debatte wissenschaftlich unter die Lupe.

Wie lassen sich Wölfe und Weidetiere schützen - und wann ist ein Abschuss gerechtfertigt? Eine Ringvorlesung an der Universität Bremen soll in der emotionalen Debatte wissenschaftliches und praktisches Wissen vermitteln. Interessierte können künftig jeden Dienstag um 17.00 Uhr Vorträge aus verschiedenen Perspektiven hören.

Hinter der Auseinandersetzung stehen unterschiedliche Sorgen: Weidetierhalter fürchten um ihre Schafe, Ziegen und Kälber, Naturschützer um den Schutz der zurückgekehrten Raubtiere. Hinzu kommen Ängste vor Begegnungen mit Wölfen und Konflikte über die inzwischen erleichterte Jagd.

Wolf in der Wissenschaft: Worum es bei den Vorträgen geht

Die Forschungsstelle für Tier- und Tierschutzrecht der Universität und die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe wollen Grundlagen liefern, um solche Fragen sachlich einzuordnen. Die Vorlesungsreihe soll über das Verhalten von Wölfen, ihr Verhältnis zum Menschen und den Schutz von Nutztieren informieren, wie die Hochschule vorab mitteilte. Auch rechtliche Fragen, der Abschuss der Tiere und die aktuelle Verbreitung der Wölfe werden debattiert.

Die Vorlesungsreihe behandelt Themen wie «Freund oder Feind? Der Wolf im Wald», «Explodieren in Deutschland die Wolfsbestände?» und «Der Wolf vor Gericht».

Zwei Wölfe in Niedersachsen abgeschossen

Wie aktuell die Fragen sind, zeigt das angrenzende Niedersachsen: Dort wurden seit Einführung des neuen Wolfsmanagementplans Ende Juni zwei Wölfe abgeschossen, wie das Umweltministerium in Hannover kürzlich bestätigte. Derzeit laufen weitere Schnellabschussverfahren. Angaben dazu werden erst mit sechs Wochen Abstand veröffentlicht, um Beteiligte zu schützen.

Der Managementplan soll Weidetiere besser schützen, ohne den Fortbestand der Wölfe zu gefährden. Schnellabschüsse sind demnach möglich, wenn ein Wolf mit hoher Wahrscheinlichkeit Nutztiere gerissen und dabei zumutbare Schutzmaßnahmen überwunden hat. Bei wiederholten Rissen können in sogenannten Interventionsgebieten auch ganze Rudel getötet werden. Nach Angaben des Umweltministeriums sind allerdings die meisten Rudel im Land unauffällig; die Risse gehen auf bestimmte Wölfe zurück.

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