Die Thüringer Grünen-Fraktion hat sich offen für einen CDU-Vorschlag zur Verbesserung der Kindergartenbetreuung gezeigt, mahnt aber zu mehr Tempo. «Natürlich, wir wissen, dass wir bei den Unter-Dreijährigen auch eine Verbesserung der Betreuung brauchen», sagte Fraktionschefin Astrid Rothe-Beinlich am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Sie reagierte damit auf einen neuen Vorschlag der Thüringer CDU-Fraktion zur Verbesserung des Personalschlüssels in Kindergärten für Zwei- und Dreijährige sowie in der Altersgruppe der Über-Dreijährigen.
Anpassung bei Zwei- und Dreijährigen
Der CDU-Vorschlag geht noch weiter: Auch bei den Ein- und Zweijährigen will sie einen besseren Personalschlüssel. In dieser Altersgruppe soll sich ein Erzieher nur noch um rechnerisch sechs Kinder gleichzeitig kümmern müssen statt bisher um acht. Bei Kindern unter einem Jahr soll es nach CDU-Vorstellungen bei der Vorgabe von eins zu vier bleiben. Der Gesetzentwurf der Fraktionen von Linke, SPD und Grüne enthält hingegen noch ein weiteres beitragsfreies Kita-Jahr und die Schaffung eines Zentrums für frühkindliche Bildung.
Linke-Parteivorsitzende Ulrike Grosse-Röthig betonte, dass «die Entlastung der Eltern und die Verbesserung des Betreuungsschlüssels» sollen nicht gegeneinander ausgespielt werden. «Es ist wichtig, dass trotz des Geburtenrückgangs keine Erzieherin und kein Erzieher entlassen werden muss. Dafür ist die Verbesserung des Schlüssels der richtige Weg. Genauso wichtig ist das dritte beitragsfreie Jahr», erklärte sie. In Thüringen sind bereits die letzten zwei Jahre im Kindergarten gebührenfrei.