Hannover (dpa/lni) - Das neue Schuljahr in Niedersachsen bringt Probleme mit sich. Wieder gibt es mehr Schülerinnen und Schüler - gleichzeitig fehlen Lehrkräfte. Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) zeigt sich dennoch zuversichtlich. «Wir haben deutlich mehr Schülerinnen und Schüler, wir haben mehr Aufgaben und riesige personelle Herausforderungen», sagte sie und fügte hinzu: «Aber wir haben auch erneut deutlich mehr Lehrkräfte, nämlich so viele wie noch nie in Niedersachsen.» Zudem will die Ministerin mit drei Maßnahmen für mehr Bildungsgerechtigkeit sorgen.
Von 1.467 ausgeschriebenen Stellen seien 1.220 besetzt worden. Das ist ein Wert von etwa 83 Prozent – etwas besser als im vergangenen Jahr (81 Prozent). «Wir stellen die nächsten Wochen weiter mit Hochdruck ein», sagte Hamburg. Mit dem Haushaltsentwurf 2025 wolle man in diesem und im nächsten Jahr 2.460 weitere Stellen bereitstellen. Die Krux: 876 dieser Stellen wurden bereits besetzt, bleiben nur noch 1.584 für das nächste Jahr.
Mehr Geld für Lehrer
Gehalt: Das Land will unter anderem mit einer höheren Bezahlung dem Lehrkräftemangel gegensteuern. Zu Beginn des neuen Schuljahres wird das Gehalt vieler Lehrkräfte angehoben, die dann in eine höhere Besoldungsgruppe kommen. Laut Kultusministerium profitieren davon rund 35.500 Lehrkräfte. Mehr als 71.000 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten an Niedersachsens allgemeinbildenden Schulen.
Bei einer Vollzeitbeschäftigung bedeutet der Sprung ein Plus von mehreren hundert Euro im Monat. Wie hoch das Einkommen ist, lässt sich laut Ministerium nur schwer pauschal beantworten. Das hängt etwa davon ab, ob die Lehrkraft verbeamtet ist oder nicht und darüber hinaus Zulagen erhält.
Unterrichtsversorgung: Die Unterrichtsversorgung ist in Niedersachsen seit Jahren ein Streitthema. Zuletzt lag dieser Wert bei 96,9 Prozent und stieg damit leicht an. Je nach Schulform ist der Wert höher oder niedriger. An Gymnasien lag die Unterrichtsversorgung mit Stand August 2023 bei fast 100 Prozent, an Förderschulen hingegen waren es nur 91,6 Prozent.