Tausende Menschen sind am 1. Mai in Niedersachsen und Bremen zum Tag der Arbeit auf die Straße gegangen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sprach von mehr als 59.000 Teilnehmern in beiden Bundesländern, allein in Niedersachsen waren es demnach etwa 52.000. Unter dem Motto «Erst unsere Jobs, dann eure Profite» hatte der DGB an 67 Orten im Nordwesten zu Demos und Kundgebungen aufgerufen.
DGB-Chef warnt vor wachsender Armut
«Wir wollen, dass die Menschen gesund bis zur Rente arbeiten können, sich nicht krank zur Arbeit schleppen müssen und im Alter von ihrer Rente gut leben können», sagte Niedersachsens DGB-Chef Ernesto Harder in Braunschweig. «Dafür braucht es starke Rechte für Beschäftigte und einen verlässlichen und starken Sozialstaat.» Ein starker Sozialstaat sei auch ein Standortvorteil für Deutschland, denn er sorge für Sicherheit, Stabilität - und damit für gute Bedingungen für eine florierende Wirtschaft, betonte er.
Forderungen nach längerer Arbeitszeit erteilte er eine Absage: «Schon jetzt arbeiten wir so viel wie nie. 2025 lag das Arbeitsvolumen bundesweit bei 61 Milliarden Stunden. Gleichzeitig wurden 1,2 Milliarden Überstunden geleistet, mehr als die Hälfte davon unbezahlt.»