Niedersachsen möchte sich für einen besseren Jugendschutz bei der Tätigkeit sogenannter Kinder-Influencer einsetzen. Dabei geht es um kommerzielle Fotos und Videos in den sozialen Medien, bei denen die Kinder der Betreiber in den Fokus gerückt werden, wie das niedersächsische Arbeitsministerium mitteilte. Das Ministerium will sich im Bundesrat für eine Überarbeitung des Jugendarbeitsschutzgesetzes einsetzen.
«Mit der Darstellung von Kindern in den sozialen Medien wird viel Geld verdient und Kinderrechte sind hierbei nicht ausreichend gewahrt», sagte Minister Andreas Philippi (SPD). Das Jugendarbeitsschutzgesetz aus dem Jahr 1976 werde modernen Arbeitsformen nicht mehr gerecht. «Ich fordere die Bundesregierung auf, im Jugendarbeitsschutzgesetz die Voraussetzungen zu schaffen, dass die zuständigen Aufsichtsbehörden die erforderlichen Arbeitsschutzmaßnahmen auch bei Betätigungen in den sozialen Medien rechtlich umsetzen können», sagte Philippi weiter.
Laut Ministerium ist bereits heute im Fall vieler Kinder, die auf den Accounts von Kinder-Influencern gezeigt werden, eigentlich eine Genehmigung notwendig. Es handele sich um genehmigungsbedürftige Beschäftigungen im Sinne des Jugendarbeitsschutzgesetzes. Allerdings lägen nahezu keine Anträge auf Kinderbeschäftigung in den sozialen Medien vor.