Im Haushalt, in der Kinderbetreuung oder bei der Pflege von Angehörigen haben Frauen in Niedersachsen 2022 deutlich mehr unbezahlte Arbeit geleistet als Männer. Insgesamt fiel die sogenannte Sorgearbeit der Frauen um durchschnittlich 8 Stunden und 42 Minuten pro Woche höher aus als bei Männern, wie das niedersächsische Landesamt für Statistik am Donnerstag mitteilte. Pro Tag waren das knapp eine Stunde und 15 Minuten. Der sogenannte Gender Care Gap - also der unterschiedliche Zeitaufwand, den Frauen und Männer für unbezahlte Arbeit durchschnittlich aufbringen - lag demnach bei 40,1 Prozent. Frauen leisteten also durchschnittlich 40,1 Prozent mehr unbezahlte Arbeit. Bundesweit lag der Wert in dem Jahr bei 44,3 Prozent.
Laut Statistikamt beruhen die Ergebnisse auf der Zeitverwendungserhebung, einer Befragung privater Haushalte, die die statistischen Landesämter in Deutschland alle zehn Jahre wiederholen. Die Befragten müssen mindestens zehn Jahre alt sein. Die Erhebung erfolgt den Angaben zufolge auf der Basis einer Quotenstichprobe, um sicherzustellen, dass etwa Alleinlebende, Alleinerziehende, Paare, Familien mit Kindern ausreichend in der Stichprobe vertreten sind und ein repräsentatives Bild der Gesamtbevölkerung entsteht.