Das Weltkulturerbe der Stadt Goslar wird nach Meinung von Kritikern nicht ausreichend geschützt. Der Niedersächsische Heimatbund kritisiert, dass die historische Altstadt seit längerem nicht angemessen erhalten und entwickelt werde. Die Altstadt von Goslar gehört zusammen mit dem ehemaligen Bergwerk Rammelsberg und dem Gewässersystem Oberharzer Wasserwirtschaft zum Unesco-Weltkulturerbe im Harz.
Bedeutende Baudenkmäler würden verfallen und der Bestand sowie Zustand des Welterbes nicht erfasst. Teilweise sei die Substanz bedroht. Das geht aus der Roten Mappe hervor, wie der Harzer Umweltschützer Friedhart Knolle zusammenfasste. Das seit 1960 jährlich erscheinende Heft des Heimatbundes ist eine Bestandsaufnahme der Situation der Heimatpflege und richtet sich unter anderem an die Landesregierung.
Im Fokus der Kritik steht unter anderem das Kaiserpfalz-Gelände - ein Wahrzeichen der Stadt Goslar und Wohnsitz von Kaisern im 11. Jahrhundert. So gebe es am zentralen Kaiserhaus sowie der kleineren Gebäude Ulrichskapelle und Domvorhalle ungehindert fortschreitende Schäden an der Gebäudehülle. Zudem seien im Altstadtbereich Kulturdenkmäler von Unternehmen unsachgemäß saniert worden.