Die Industrie- und Handelskammer drängt darauf, die Ölförderung auf der Bohrinsel Mittelplate im Wattenmeer vorrangig fortzusetzen. Bleibt das Urteil des Verwaltungsgerichts zum Förderstopp bestehen, müsse die zuständige Behörde alle nötigen Schritte einleiten, um die Förderung schnell und rechtssicher wieder aufzunehmen, erklärte der Vorsitzende der Kammer Schleswig-Holsteins, Thomas Buhck.
Ende Februar hatte das Verwaltungsgericht in Schleswig die Ölförderung gestoppt. Die Bohrinsel habe derzeit keine vollziehbare Fördererlaubnis, sagte eine Sprecherin des Gerichts. In einem Eilverfahren hatte zuvor die Deutsche Umwelthilfe (DUH) geklagt.
Der IHK-Vorsitzende Buhck forderte, Deutschland und Schleswig-Holstein müssten angesichts zunehmender geopolitischer Krisen wirtschaftlich widerstandsfähig bleiben. «Ein Stopp der Ölproduktion im eigenen Land kommt just in diesen Tagen mit sich abzeichnenden Engpässen auf dem weltweiten Erdölmarkt zur Unzeit», betonte er. Vor diesem Hintergrund müsse geprüft werden, ob der Weiterbetrieb unter allen getroffenen Sicherheitsmaßnahmen ermöglicht werden kann.