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Widersprüche um Mietwohnung in Göttinger Hochhaus

Das Hochhaus nahe dem Göttinger Bahnhof ist verwahrlost. (Archivbild) / Foto: Moritz Frankenberg/dpa
Das Hochhaus nahe dem Göttinger Bahnhof ist verwahrlost. (Archivbild) / Foto: Moritz Frankenberg/dpa

Eine Mieterin wollte ihre Wohnung für unbewohnbar erklären lassen - und bekam stattdessen die Kündigung. Nun gibt es laut Hausverwaltung eine Einigung.

Wie geht es weiter für eine Mutter und ihre vier Kinder im Wohnkomplex nahe des Göttinger Bahnhofes? Laut der Hausverwaltung kann die Familie aus ihrer bisherigen Zwei-Zimmer-Wohnung in zwei nebeneinander liegende Wohnungen in dem Gebäude umziehen. Der Anwalt der Frau widerspricht dieser Darstellung.

Im November hatte die Hausverwaltung der Frau die Wohnung gekündigt, nachdem sie zuvor unter anderem eine Unbewohnbarkeits-Klage gestellt hatte. Jetzt gebe es eine einvernehmliche Einigung, teilte die Hausverwaltung am Abend mit. «Wir freuen uns, nun endlich eine Lösung für eine Familie gefunden zu haben, die zu den "guten" des Hauses gehören», hieß es in einem Schreiben. Die Schlüssel sollen am Mittwoch übergeben worden seien. Die Frau oder ihr Anwalt kamen in der Mitteilung nicht zu Wort.

Anwalt: Frau hat keine Wohnungsschlüssel erhalten

Rechtsanwalt Sven Adam entgegnet, die Darstellung sei falsch: «Meine Mandantin hat keine Schlüssel erhalten. Sie ist weiterhin in ihrer bisherigen Wohnung.» Ohne Zustimmung des Jobcenters könne die Frau, die Sozialleistungen erhält, auch kein neues Mietverhältnis eingehen. Zwar könnten die zwei Wohnungen auch als Ersatzwohnraum angesehen werden. Dafür brauche es aber Absprachen, die es nicht gebe.

Zusammen mit einem anderen Anwalt hatte Adam Anfang November im Namen der Frau mehrere Klagen eingereicht. Unter anderem sollte erreicht werden, dass die Wohnung für unbewohnbar erklärt wird und die Familie in eine Notunterkunft kommt. Das Verwaltungsgericht lehnte das ab. Auch die Miete wird seitdem einbehalten. Die Anwälte begründeten das Vorgehe unter anderem mit einer nicht laufenden Heizung, baulichen Mängeln und Ungeziefer. Die Hausverwaltung hatte der Frau in dem Zusammenhang ursprünglich die Wohnung gekündigt, weil sie überbelegt sei.

Immer wieder negative Schlagzeilen

Kurz vor Weihnachten war bekannt geworden, dass eine Hamburger Gesellschaft die meisten Wohnungen in dem Gebäude übernommen hat. Der 432-Wohnungen-Komplex sorgt wegen der Lebensumstände dort regelmäßig für Schlagzeilen. Die neuen Eigentümer wollen «die Immobilie sanieren und wieder zu einem attraktiven Wohnangebot entwickeln», sagte Geschäftsführer Taha Jacobi damals.

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