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Frost legt Kanäle in Niedersachsen lahm – Eisbrecher 'Paula' räumt Mittellandkanal frei

Schiffsführer Carsten Kling steht auf dem Eisbrecher «Paula» auf dem Mittellandkanal. / Foto: -/dpa
Schiffsführer Carsten Kling steht auf dem Eisbrecher «Paula» auf dem Mittellandkanal. / Foto: -/dpa

Frost blockiert Elbe-Seitenkanal und Teile des Mittellandkanals in Niedersachsen. Schiffsführer Carsten Kling mit Eisbrecher 'Paula' räumt die Fahrrinne frei.

Wenn Frost und Eis den Mittellandkanal in Niedersachsen lahmlegen, rückt Carsten Kling aus. Mit seinem Eisbrecher «Paula» macht der Schiffsführer die Fahrrinne frei – dort, wo selbst kräftige Motoren kapitulieren.

Seit 40 Jahren ist Kling auf dem Wasser unterwegs. Schieben, schleppen, helfen – doch am liebsten bricht er Eis. «Das Eisbrechen ist natürlich das Schönste, macht am meisten Spaß», sagt er der Deutschen Presse-Agentur während eines Einsatzes auf dem Mittellandkanal. Sein Eisbrecher sei im Grunde «ein Spielzeug für große Jungs». Nur: «Man kann nicht sein Leben lang Eisbrechen, da müssten wir nach Norwegen ziehen.»

Eis legt Schifffahrt lahm

Die anhaltende Kälte führt zu Einschränkungen auf wichtigen Wasserstraßen in Niedersachsen. Auf dem Elbe-Seitenkanal und Teilen des Mittellandkanals geht fast nichts mehr, hieß es am Montag vom zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA). Die Sperrungen könnten auf weitere Teilstücke ausgeweitet werden.

Die Kanäle seien teilweise zugefroren, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums. «Das sieht man auch hier in Hannover.» Der Mittellandkanal sei mit einer Eisschicht überdeckt, Schiffe fuhren örtlich nicht wie gewohnt.

Viel zu tun für Carsten Kling und «Paula»

In dieser Woche waren laut dem WSA mehrere Eisbrecher im Einsatz, einer davon ist «Paula». Bis zu 30 Zentimeter dickes Kerneis könne sein Schiff brechen, sagt Kling. Der Rumpf sei verstärkt, entscheidend sei die Welle am Bug, mit der das Eis hinter dem Schiff aufbreche. Mit bis zu zwölf Kilometern pro Stunde arbeite er sich durch die Schollen, stellenweise müsse er Strecken zweimal fahren.

Viele Schiffe bräuchten derzeit Hilfe, sagt Kling. Allein an einem Tag seien es fünf Einsätze gewesen, unter anderem in Peine, Hildesheim und Sehnde in der Region Hannover. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung setze ihn dort ein, «wo das Eis ist». Werde es zu stark, würden die Eisbrecher abgezogen und Kanäle gesperrt.

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