Schwere Unwetter sind über Teilen Niedersachsens niedergegangen. Nach Polizeiangaben gingen in dem Bundesland Hunderte Notrufe wegen des Unwetters ein. Im Landkreis Verden wurden bei einem Scheunenbrand nach einem Blitzeinschlag fünf Menschen leicht verletzt.
Die fünf Menschen, darunter eine Feuerwehrfrau, hatten nach Polizeiangaben Rauchgas eingeatmet. Laut Zeugenberichten habe der Blitzeinschlag zuerst zu einem Stromausfall geführt. Anschließend habe sich der Brand entwickelt. In der Scheune untergebrachte Tiere wurden in Sicherheit gebracht. Die Feuerwehr löschte die Flammen den Angaben nach zügig.
Autos und Dächer beschädigt
In Heidenau im Landkreis Harburg gab es einen massiven Hagelschauer. Dabei fielen in dem Ort zentimetergroße Hagelkörner. Diese zertrümmerten unter anderem die Scheiben von Autos und schlugen Dellen in den Lack. Auf Videos aus Heidenau war zu sehen, dass auch Dächer teils stark beschädigt wurden.
«Es hat alles kaputt gemacht», sagte eine Anwohnerin einem dpa-Reporter zu dem ungewöhnlich starken Hagel. Die großen Körner seien über ihr Mehrfamilienhaus und den Balkon gezischt. «Es ist nichts mehr heile, es regnet durch durchs Dach, in die Wohnungen rein.» Das nagelneue Auto ihres Mitbewohners sei nun «Schrott». «Ich wohne jetzt 18 Jahre in Heidenau, ich habe so was noch nie erlebt, so ein Chaos», berichtete die Frau.
Starkregen im Raum Hannover
Zuvor hatte der Deutsche Wetterdienst in Teilen Norddeutschlands vor Unwettern gewarnt. In Niedersachsen sollten demnach die Landkreise Cuxhaven, Stade, Harburg Diepholz, Verden und Nienburg/Weser betroffen sein.
In der Region Hannover und später auch im Stadtgebiet setzte heftiger Starkregen zahlreiche Keller, Tiefgaragen und Aufzugsschächte unter Wasser. Allein in dem Gebiet gab es nach Feuerwehrangaben 2.300 Notrufe. Die Wassermassen führten demnach zeitweise zu Verkehrsbehinderungen, auch Äste und Bäume wurden geräumt. «Alle Ortsfeuerwehren, alle Kräfte, die zur Verfügung stehen, haben wir im Einsatz», sagte ein Feuerwehrsprecher. Selbst Dienstfreikräfte seien alarmiert worden. Insgesamt waren demnach rund 300 Einsatzkräfte aller 17 Ortsfeuerwehren in der Nacht im Einsatz, um die vielen Notrufe nach und nach abzuarbeiten.
In Isernhagen, nordöstlich der Landeshauptstadt, war der Notruf mitunter nur eingeschränkt erreichbar. «Aufgrund des außergewöhnlich hohen Einsatzaufkommens in der gesamten Region Hannover war die Regionsleitstelle zeitweise stark belastet», teilte die Feuerwehr mit. Unter anderem sei die Tiefgarage eine Möbelhauses «erheblich» mit Wasser vollgelaufen. In einem Feuerwehrhaus sei eine Unwetterzentrale eingerichtet worden.
Wasser steht in Celler Tiefgarage bis zu 30 Zentimeter hoch
Zunächst traf das Unwetter vor allem die Region Hannover. Ab etwa 22.45 Uhr seien dann auch aus dem Stadtgebiet immer mehr Notrufe eingegangen, sagte der Sprecher. Vereinzelt rückten die Einsatzkräfte auch wegen umgestürzter Bäume und eines mutmaßlichen Blitzeinschlags aus. Wie viele unwetterbedingte Einsätze es insgesamt gab, konnte die Feuerwehr zunächst nicht genau sagen.
In Celle löste eine Gewitterfront mit Starkregen 21 Feuerwehreinsätze aus. Nach Angaben der Feuerwehr begannen die Einsätze gegen 23.00 Uhr, mehrere Kellerzugänge und eine Straße standen unter Wasser. Kurz darauf gingen weitere Notrufe ein, in den meisten Fällen war Wasser in Keller eingedrungen. In einer Tiefgarage stand das Wasser stellenweise bis zu 30 Zentimeter hoch.
Druckerei beschädigt: Zeitungen kamen später
Hagel und Regen beschädigten zudem Druckmaschinen einer Druckerei der «Neuen Osnabrücker Zeitung» in Wittenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Dort werden den Angaben des «Nordkuriers» zufolge Ausgaben der «Schweriner Volkszeitung», der «Norddeutschen Neuesten Nachrichten» und des «Prignitzers» gedruckt. Die drei Zeitungen gehören zur «Nordkurier»-Mediengruppe. Die Ausgaben wurden daraufhin in einer anderen Druckerei gedruckt, kamen aber teilweise später bei den Leserinnen und Lesern an.
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