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Gegen schlechtes Wetter hilft auch Werbung nur bedingt

Der Sommer und seine Kapriolen - das spüren auch die Anbieter von Strandkörben. (Symbolbild) / Foto: Focke Strangmann/dpa
Der Sommer und seine Kapriolen - das spüren auch die Anbieter von Strandkörben. (Symbolbild) / Foto: Focke Strangmann/dpa

Mal ist es richtig heiß, dann wieder kühl und regnerisch: Doch nicht nur Sonnenhungrige, sondern auch Freibäder oder Eisdielen sind auf einen warmen Sommer angewiesen. Aber der macht sich rar.

Das Sommerwetter in Niedersachsen und Bremen hat sich in diesem Jahr häufig als eher durchwachsen herausgestellt. Auf Tage mit Sonnenschein folgten bewölkte, regnerische und auch kalte Tage; die Temperaturen waren selten konstant. Doch Eisdielen, Freibäder, Strandkorbvermieter - viele Branchen sind auf einen warmen Sommer angewiesen. Wie ist es ihnen ergangen? Ein Überblick.

Freibäder verlängern Saison vermutlich nicht

Von ziemlich durchschnittlich bis stabil - so bewerten niedersächsische Freibäder die bisherige Saison. Das teilen die kommunalen Betreiber in größeren Städten mit. In Hannover heißt es: «Die bisher vorliegenden Zahlen sind mit denen aus dem letzten Jahr vergleichbar und wir hoffen nun auf die letzten Sommertage.» Generell hätten konstant wärmere und sonnige Tage gefehlt, um Kinder und Erwachsene zum Planschen und in der Sonne liegen anzulocken, teilten die Betriebe mit. 

Nach Angaben der Braunschweiger Betreiber passte vor allem während der Sommerferien das Wetter nicht - und Kinder blieben den Becken fern. «Gegen schlechtes Wetter hilft aber auch die beste Werbung nur bedingt», sagte ein Sprecher. Ein Lichtblick waren Stammgäste und der Schwimmverein - die kamen auch bei schlechtem Wetter.

Es gab Ausreißer bei den Besucherzahlen in diesem Sommer - sowohl nach oben wie im Juni als auch nach unten wie im Juli, wie die Betreiber in Braunschweig urteilten. Ähnlich äußerten sich die Bremer Bäder: Für eine gute Saison brauche es etwa 30 heiße Tage - möglichst vor den Sommerferien. Das sei in diesem Jahr nicht erreicht worden. In Göttingen heißt es: «Das wechselhafte Wetter war in diesem Jahr ein klarer Einflussfaktor.» Es habe einzelne Spitzentage gegeben.

In den meisten Freibädern dürfte die Saison bald regulär enden. Eine Verlängerung wie in vergangenen Jahren ist bisher nicht vorgesehen. In Braunschweig, Hannover und Göttingen kann noch bis Mitte Sempteber unter freiem Himmel geschwommen werden - in Braunschweig und Göttingen ist eine Verlängerung zumindest möglich. In Bremen schließen die ersten Bäder ab dem 8. September. 

Eisdielen 

Der Sommer war durchwachsen, das haben auch die Eisdielenbesitzer gemerkt, wie die Union der italienischen Speiseeishersteller in Deutschland (Uniteis), die handwerkliche und Familienbetriebe vertritt, mitteilt. Teils sei der Sommer regnerisch und kalt, dann wieder ziemlich heiß gewesen, sagte Uniteis-Sprecherin Annalisa Carnio. Also ein Auf und Ab: «So geht auch der Verkauf.» Das meiste Eis werde bei Temperaturen zwischen 22 und 27 Grad verkauft - es dürfe nicht zu heiß sein, sonst wollten die Menschen mehr trinken. An besonders heißen Tagen seien besonders Sorbet und Fruchteis gefragt: «Alles, was erfrischend ist.» Allerdings sei es für die Betriebe noch mitten in der Saison. Daher hoffe man auf milde, sonnige Wochen bis in den Herbst.

Standkorbvermieter

Im Nordseeheilbad Carolinensiel-Harlesiel werden die Strandkörbe traditionell Ende September für die kalte Jahreszeit eingelagert. Bei guten Wettervorhersagen allerdings bleiben einige Körbe - etwa 50 Strandkörbe - für die Gäste auch im Herbst stehen. Im laufenden Jahr standen den Angaben zufolge insgesamt 400 Strandkörbe am Strand in Harlesiel. Eine erste Bilanz zeigt nach Angaben der Marketingleitung, dass die Nachfrage zwar stabil war, die Auslastung aber wegen des wechselhaften Wetters leicht unter dem Niveau des Vorjahres lag. Derzeit liege das Minus bei etwa 2,5 Prozent, sagte Yannick Reinema, Marketingleiter der Nordseebad Carolinensiel-Harlesiel GmbH. 

Während der Saison stehen die Strandkörbe fest am Strand und sind dem Nordseewetter ausgesetzt. Ein kurzfristiges Auf- und Abbauen bei Schlechtwetterphasen wäre den Angaben zufolge logistisch nicht umsetzbar. Am Ende der Saison werden die Körbe in einer Lagerhalle sicher und wettergeschützt eingelagert, bis sie im Frühjahr wieder an den Strand gebracht werden.

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