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Kegelrobbenbestand im Wattenmeer und auf Helgoland steigt auf 12.497 Tiere

Vor allem an der niedersächsischen Küste wurden viele neugeborene Kegelrobben gesichtet. (Archivbild) / Foto: Lars Penning/dpa
Vor allem an der niedersächsischen Küste wurden viele neugeborene Kegelrobben gesichtet. (Archivbild) / Foto: Lars Penning/dpa

Zählungen im März/April 2026: 12.497 Kegelrobben im Wattenmeer und auf Helgoland (+3,6%); 3.385 Jungtiere, Zunahme vor allem in den Niederlanden und Schleswig‑Holstein.

Die Zahl der im Wattenmeer und auf Helgoland lebenden Kegelrobben nimmt weiter zu. Das geht aus neuen Zählungen von Experten der Anrainerstaaten aus Deutschland, Dänemark und der Niederlande hervor, wie das Wattenmeersekretariat in Wilhelmshaven mitteilte. Demnach wurden während des Fellwechsels im März und April 2026 insgesamt 12.497 Tiere gezählt – das sind 3,6 Prozent mehr Kegelrobben als im Jahr zuvor. Damit setze sich das Wachstum der Population der vergangenen Jahre fort, hieß es. 

Mit 8.981 Tieren wurden die meisten Kegelrobben im niederländischen Teil des Wattenmeers gezählt. Einen deutlichen Anstieg beobachteten die Wissenschaftler zuletzt im schleswig-holsteinischen Teil des Wattenmeers. Dort habe sich die Zahl der Kegelrobben im Vergleich zum Vorjahr auf 957 Tiere fast verdoppelt. Im dänischen Wattenmeer wurden 348 Kegelrobben gezählt. Im Wattenmeer vor Niedersachsen waren es 1.222 Tiere und auf Helgoland 989. Dort gingen die Bestände jeweils leicht zurück. 

Wie der Bestand erfasst wird

Dass die Zahlen jährlich etwas schwanken, liegt laut der länderübergreifenden Expertengruppe für Meeressäuger, die die Daten erhebt, etwa an Wetterbedingungen und Störungen. Deshalb seien langfristige Trends ein zuverlässigerer Indikator, wie sich die Population entwickele. Und da zeigt der Trend nach wie vor nach oben: Gemittelt über die vergangenen fünf Jahre für die gesamte Wattenmeerküste und Helgoland wuchs der Bestand der Kegelrobben jedes Jahr um 6,8 Prozent, wie es in dem Bericht heißt. 

Kegelrobben sind die größten Raubtiere Deutschlands. Neben den kleineren Seehunden sind sie die zweite Robbenart im Wattenmeer. Lange Zeit waren die Kegelrobben aus dem Wattenmeer fast verschwunden. Um die Bestände zu erheben, gibt es im Winter und Frühjahr Zählflüge. 

Kinderstube Wattenmeer

Erneut wurden auch deutlich mehr Jungtiere gesichtet. Der Nachwuchs der Kegelrobben kommt von November bis Januar zur Welt. Im Vergleich zu der Zählung in der Vorsaison stieg die Zahl der Kegelrobben-Babys um knapp 11 Prozent auf 3.385 Welpen. Damit sei die Zahl der Jungtiere in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt jedes Jahr um 12 Prozent gewachsen. 

Wie in den Vorjahren wurden die meisten Jungtiere im niederländischen Teil des Wattenmeers (1.731 Tiere) geboren. Dahinter folgten Helgoland (1.077) und Niedersachsen (575). Im östlichen Teil des Wattenmeers wurden dem Bericht zufolge dagegen nur wenige Welpen beobachtet – jeweils einer im schleswig-holsteinischen und einer im dänischen Teil des Wattenmeers.

Ausbreitung Richtung Osten? 

Nach Einschätzung der trilateralen Expertengruppe für Meeressäuger zeigen die Zahlen, dass sich die Kegelrobben im Wattenmeer fortlaufend Richtung Osten ausbreiten. Dort komme es zudem später zu Geburten, was darauf hindeute, dass die dortigen Kolonien noch in der Entwicklung seien, hieß es. 

Die Kegelrobben im Wattenmeer sind nach Angaben der Experten Teil einer größeren Population in der Nordsee. «Kegelrobben der Nordsee bewegen sich frei und ausgiebig, daher erfassen unsere Zählungen nicht nur lokale Kegelrobben, sondern auch Besucher aus anderen Regionen», sagte Jessica Schop, Hauptautorin des aktuellen Zählberichts. Daher sei es wichtig, die Dynamik der Population in einem größeren Maßstab zu betrachten und die Trends aus benachbarten Kolonien einzubeziehen. Dazu zählten etwa Bestände im Kattegat vor Dänemark und in der niederländischen Deltaregion im Westen.

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