Einen Verkehrsunfall mit einem schwer verletztem Kind in Niedersachsen werten Ermittler als Mordversuch. Ein Mann aus Bielefeld sei als dringend tatverdächtiger Fahrer identifiziert worden, teilte die Polizei mehr als drei Monate nach dem Unfall mit. Der 30-Jährige wurde am Mittwochmorgen in Melle festgenommen.
Neunjähriger von Auto angefahren und schwer verletzt
Ende September 2025 hatte die Polizei über einen schweren Unfall in der Gemeinde Hohenhameln informiert. Beim Überqueren einer Straße in der Ortschaft Bierbergen war ein neunjähriger Junge mit seinem Fahrrad von einem Auto angefahren und schwer verletzt worden. Der Verursacher flüchtete damals vom Unfallort.
Wegen der Verhaltensweise des Autofahrers wertete die Staatsanwaltschaft Hildesheim das Delikt als versuchten Mord durch Unterlassen, teilte die Polizei nun mit. Nach den Spurenauswertungen und Vernehmungen richteten die Beamten eine Mordkommission ein und weiteten die Ermittlungen auch nach Nordrhein-Westfalen aus.
Mann äußerte sich noch nicht zu Vorwürfen
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das zuständige Amtsgericht Hildesheim einen Untersuchungshaftbefehl gegen den Verdächtigen. Er soll keine Fahrerlaubnis besitzen. Die Ermittler werfen ihm vor, dass er sich vom Unfallort entfernte, als er gemerkt habe, was passiert war. Der Mann hat sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.
Der Junge war wenige Tage nach dem Unfall aus der Klinik entlassen worden. Es gehe ihm wieder besser, sagte ein Polizeisprecher.
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