Die Besatzung eines liberianischen Tankers hat in der Deutschen Bucht illegal Müll in der Nordsee entsorgt – und ist dabei von der deutschen Küstenwache erwischt worden. Die Bundespolizisten filmten mit einer Drohne, wie die Schiffsbesatzung den Inhalt mehrerer Müllsäcke über Bord entleerte, wie die Beamten mitteilten. Die Drohne war zuvor am Sonntag an Bord des Bundespolizeischiffes «Bad Düben» aufgestiegen, um den Tanker und seine zurückgelegte Strecke aus der Luft zu beobachten.
Die Bundespolizisten meldeten sich daraufhin per Seefunk auf der Brücke des Frachters. Von dort hieß es zunächst, dass weder unerlaubte Tankwaschungen noch andere Substanzen ins Meer geleitet worden seien. «Nachdem man sie mit den Drohnenaufnahmen konfrontiert hatte, meldete sich der Kapitän und gab an, dass ein Besatzungsmitglied wohl zerkleinerte Lebensmittelabfälle entsorgt habe», teilte die Bundespolizei weiter mit.
Verstoß gegen Abkommen
Nach Angaben der Beamten handelte sich dabei um einen Verstoß gegen das sogenannte Marpol-Abkommen – das internationale Übereinkommen zur Verhütung von Meeresverschmutzung. Grundsätzlich dürften Schiffe zwar zerkleinerte Lebensmittel unter gewissen Auflagen in die Meere entsorgen, hieß es. Das sei aber nur während der Fahrt auf der Kurslinie und mit einer festgelegten Entfernung zum Festland erlaubt. Nord- und Ostsee gelten dagegen als schützenswerte Sondergebiete.
Weil die Bundespolizei auf den Drohnenaufnahmen zudem auch noch entdeckte, wie verbotenerweise weiterer Müll auf dem Deck des Tankers lagerte, ordneten die Beamten an, den Müll ordnungsgemäß einzulagern. Außerdem gab es eine Verwarnung gegen die Besatzung. Der Fall wurde an das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg übergeben.
Überhaupt in den Fokus der Beamten geraten war der Tanker durch abweichende Fahrmanöver, nachdem er aus dem Nord-Ostsee-Kanal in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) unterwegs war. Daraufhin wurde ein Schiff der Bundespolizei zur Kontrolle des Frachters losgeschickt.
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