Die norddeutsche Tourismuswirtschaft blickt mit Sorge auf ihre aktuelle Lage. Insbesondere im Gastgewerbe sei das Geschäftsklima gegenüber dem Frühjahr 2024 nahezu unverändert und verharre auf einem verhaltenen Niveau, heißt es in einer Konjunkturumfrage der norddeutschen Industrie- und Handelskammern (IHK). Unter anderem Kostendruck und Personalmangel machten den Betrieben zu schaffen. An der Umfrage von April bis Anfang Mai beteiligten sich den Angaben zufolge rund 600 Betriebe.
IHK: Von positiven Aussichten keine Rede
«Die Zukunftsaussichten der Betriebe haben sich leicht verbessert, aber von einem positiven Blick in die Zukunft kann noch keine Rede sein», erklärte der stellvertretende Vorsitzende der IHK Nord, Knud Hansen. Die angekündigte Flexibilisierung der Arbeitszeit und die geplante Unternehmenssteuerreform könnten einen Impuls für die Gesamtwirtschaft und den Tourismus im Norden sein. «Entscheidend ist nun, dass diese Vorhaben zügig und wirksam umgesetzt werden».
In der Reisewirtschaft bewerten laut Umfrage 37 Prozent ihre aktuelle Lage als gut, 11 Prozent bewerten sie als schlecht. Für die Zukunft rechnen jedoch 24 Prozent der Betriebe mit einer Verschlechterung, nur 14 Prozent erwarten eine bessere Geschäftslage. Die wirtschaftspolitischen Bedingungen würden dabei mit 56 Prozent als größtes Risiko gesehen.
Geopolitische Lage trübt Geschäfte
«Gerade im internationalen Reiseverkehr spielt die geopolitische Lage eine große Rolle», sagte Hansen. Durch Kriege und Krisen fielen einige Gebiete für den Reisemarkt weg. «Hinzu kommen die Preissensibilität der Reisenden sowie steigende bürokratische Anforderungen – all das schlägt sich auf die Stimmung der Reiseanbieter nieder.»
Die IHK Nord ist der Zusammenschluss 13 norddeutscher Industrie- und Handelskammern aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Sie vertreten knapp 900.000 Unternehmen in Norddeutschland.
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