Osterfeuer gehören in Niedersachsen für viele Menschen fest zum Frühling dazu – doch die Tradition steht auch in der Kritik. Naturschutz- und Tierschutzverbände warnen vor erheblichen Folgen für Tiere und Umwelt. Touristiker und Veranstalter betonen hingegen die gesellschaftliche Bedeutung der Feuer.
Tierschutzverein: Traditionen «dürfen nicht blind gelebt werden»
Für Wildtiere können die aufgeschichteten Holz- und Reisighaufen zur tödlichen Falle werden, wie der Naturschutzbund (NABU) Niedersachsen warnt. «Wenn Osterfeuer vorbereitet werden, finden Tiere darin vermeintlich sichere Unterschlüpfe. Wird das Holz dann angezündet, haben viele von ihnen keine Chance zu entkommen», sagte Sprecher Lamin Neffati. Besonders betroffen seien etwa Igel, Mäuse, Amphibien und bodenbrütende Vögel.
Ähnlich äußerte sich der Bremer Tierschutzverein. Die Haufen würden über Wochen hinweg als Rückzugsorte genutzt und könnten beim Abbrennen für «tausende Wildtiere jedes Jahr den Tod» bedeuten, hieß es. Tiere verharrten häufig instinktiv in ihren Verstecken und könnten nicht rechtzeitig fliehen. Die Vorsitzende des Bremer Tierschutzvereins, Brigitte Wohner-Mäurer, mahnte: «Traditionen sind wichtig – aber sie dürfen nicht blind gelebt werden.»